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elbdampfer.de - Schiffahrt auf der Oberelbe

Die Anfänge der Schiffahrt

Segeln und Treideln an der Elbe

Es ist davon auszugehen, dass bereits die ersten slawischen Siedler den Fluss mit Flößen und Booten nutzten; vor allem zum Fischen und als Querverbindung zwischen den Ufern. Von der Handelsschiffahrt flussauf- und -abwärts zeugen dagegen verbrieft Urkunden aus dem 10. Jahrhundert. Vor allem Baumaterialen, dabei insbesondere der Sandstein aus der Sächsischen Schweiz, wurden auf dem Fluss transportiert. Der typische Kahn war dabei mit einem Segel ausgestattet, der aufgrund der überwiegend aus Nord/Nordwest vorherrschenden Winde das Segeln stromaufwärts ermöglichte.

Reichte dies nicht aus, wurde auf die Zugkraft von Mensch und Tier zurückgegriffen, das sogenannte Treideln. Noch heute sind die teilweise befestigten Treidelpfade, auch Leinweg genannt, an vielen Stellen an den Ufern erkennbar. Zum Überwinden von Abschnitten mit besonders starker Strömung, wie an den Elbbrücken in Dresden und Meißen, gab es auch einige festinstallierte Winden. War das Ufer zu unwegsam, so wurde auch vom mitten auf der Elbe verankertem Boot per Muskelkraft getreidelt, sozusagen der menschliche Vorläufer der späteren Kettenschiffahrt.

Unregulierter Fluss bis ins 19. Jahrhundert

Neben den Einschränkungen durch zahlreiche Zollstationen sowie unterschiedliche Lande- und Lagerrechte beeinträchtigten die natürlichen Gegebenheiten und Gefahren die Entwicklung der Schiffahrt. Bis ins 19. Jahrhundert war die Elbe vor allem ein unregulierter Flachwasserstrom mit zahlreichen Sandbänken, Stromschnellen und Inseln. In der 1821 von den damaligen Elbanrainerstaaten Sachsen, Österreich, Preußen, Dänemark, Mecklenburg-Schwerin sowie Anhalt und Hamburg vereinbarten Elbschiffahrtsakte wurde die Abschaffung der Elbzölle und Stapelrechte, die Instandsetzung und laufende Wartung der Treidelpfade sowie die Beseitigung von Hindernissen im Fahrwasser samt Ausbau der Fahrrinne beschlossen. Auch wenn die Abschaffung der letzten Zölle noch bis 1870 dauerte, war damit die Grundlage für die weitere Entwicklung der Schiffahrt auf der Oberelbe gelegt.