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elbdampfer.de - Schiffahrt auf der Oberelbe

Königin Maria

Beginn der modernen Dampfschiffahrt

Die „Königin Maria“ war sozusagen das Dampfschiff Nummer 1 auf der Oberelbe – in dem Sinne, dass sie den Beginn der typischen Oberelbedampfschiffahrt markiert. Einige Fahrten mit anderen dampfbetriebenen Schiffen gab es auf der Oberelbe bereits vorher. Im Auftrag der Elbdampfschiffahrts-Gesellschaft konstruierte Professor Andreas Schubert 1836 zwei Personen- und einen Güterdampfer. Maßgebliche Vorgaben waren das zu diesem Zeitpunkt immer noch von zahlreichen Sandbänken und Stromschnellen geprägte Flussbett sowie die starken Wasserschwankungen aufgrund von Schneeschmelze im Frühjahr und Niederschlagsarmut im Sommer. Daraus ergab sich die Notwendigkeit für ein relativ kurzes, wendiges Schiff mit geringem Tiefgang und Schaufelradantrieb. Neben niedrigen Aufbauten sollte vor allem eine leichte Maschine für möglichst geringe Wasserverdrängung sorgen.

Auf dem Gelände der alten Dresdner Vogelwiese begann der Bau der beiden eisernen Schiffskörper für die Personendampfer. Der Einbau der Maschinen und Ausrüstung erfolgte dann in Übigau. Andreas Schubert schwebte dabei der Einsatz einer Hochdruckdampfmaschine vor, wie sie später auch bei seiner Dampflokomotive „Saxonia“ Verwendung fand. Doch die sächsische Regierung verwehrte dies aufgrund von Sicherheitsbedenken und so kam zunächst eine deutlich schwerere Niederdruckdampfmaschine zum Einsatz. Dies führte dazu, dass die „Königin Maria“ statt des ursprünglich geplanten Tiefgangs von 43 Zentimetern nun auf 74 Zentimeter kam. Die Elbschiffahrtsakte von 1821 sah zwar den Ausbau des Fahrwassers auf eine Tiefe von 84 Zentimeter vor, doch die eigentlichen Umsetzung erfolgte erst ab Ende der 1840er Jahre.

Die „Königin Maria“ (Foto: Deutsche Fotothek Dresden)Die „Königin Maria“


Jungfernfahrt im Jahre 1837

Das Dampfschiff hatte eine Länge von 36,10 Metern und eine Breite von 3,92 Metern und wurde im Frühjahr 1837 auf den Namen der sächsischen Königin Maria getauft. Am 6. Juli 1837 nahm man die Maschinenanlage erstmals in Betrieb und am 30. Juli gab es die erste Probefahrt nach Meißen. Zwölf Tage später wurde der öffentliche Fahrbetrieb aufgenommen und am 23. August unternahm das sächsische Königshaus eine Fahrt auf der „Königin Maria“ von Pirna nach Pillnitz.

Nach zahlreichen Einsatzproblemen aufgrund des relativ großen Tiefgangs und den schlechten Bedingungen der Elbe entschied die Elbdampfschiffahrts-Gesellschaft 1840 das Schwesterschiff „Prinz Albert“ umzubauen. Im Mittelpunkt stand dabei der Einbau einer leichteren Maschine, der zu einer deutlichen Verringerung des Tiefgangs führte. Aufgrund der positiven Erfahrungen wurde 1841 beschlossen, auch die „Königin Maria“ entsprechend zu verbessern.

Die letzten Einsätze der „Königin Maria“

Das Frühjahrshochwassers 1845 führte zum Einsturz der Dresdner Augustusbrücke und die „Königin Maria“ kam einige Zeit lang als Fährschiff zum Einsatz. Bereits ein Jahr später wurde der Schiffskörper verschrottet. Maschine und Anlagen kamen in einem neuen Rumpf aus Holz zum Einsatz.

Die „Dampfer Lobositz 1936 als Königin Maria (Foto: Verkehrsmuseum Dresden)Dampfer Lobositz 1936 als Königin Maria

 

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 100jährigen Jubiläum der Dampfschifffahrt wurde 1936 der Dampfer „Lobositz“ (1892 als „Graf Moltke“ in Betrieb genommen) mit einem historischen Gewand im Aussehen der „Königin Maria“ versehen – allerdings fast 20 Meter länger und 1 Meter breiter als der Urahne.

Technische Daten der „Königin Maria“

Im Betrieb: 1837 bis 1846
Länge: 36,1 m; Breite: 3,92 m (7,84 m über Radkästen)
Passagiere: 300 bis 500