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elbdampfer.de - Schiffahrt auf der Oberelbe

Kettenschlepper

Kette als Ergänzung der Niedrigdruckdampfmaschinen

Die ersten Dampfschiffe erwiesen sich insbesondere aufgrund der verwendeten Niedrigdruckdampfmaschinen als zu leistungsschwach, um im größeren Umfang dem Gütertransport zu dienen. Auf der Suche nach Alternativen kam so auch die Kettenschiffahrt auf der Elbe zum Einsatz.

Die Grundidee ist dabei, dass entlang des Flusses eine Kette liegt, an der sich die Schiffe entlang zogen. Dabei wurde die Kette am Bug aus dem Wasser gehoben, lief über das Deck, dort durch die von der Dampfmaschine angetriebenen Zahntrommeln und am Heck wieder ins Wasser. Wodurch sich auch die typische Form der Kettenschlepper ergab. Alle 500 bis 1.000 Meter war ein Schloss in der Kette vorhanden, welches bei Schiffbegegnungen geöffnet werden musste, um ein entgegenläufiges Passieren zu ermöglichen.

Kettenschlepper auf der Oberelbe 1925 (Foto: Deutsche Fotothek Dresden)Kettenschlepper auf der Oberelbe 1925


Elbkette auf über 700 Kilometern

Die erste Kette wurde 1866 bei Magdeburg in der Elbe verlegt, es folgten weitere Strecken, zunächst vor allem im mittleren und unteren Verlauf des Flusses. Auf Initiative von Ewald Bellingrath wurde 1869 die „Kettenschleppschiffahrt der Oberelbe“ in Dresden gegründet, die Ende des gleichen Jahres den Betrieb in Sachsen aufnahm. Bereits 1874 ist eine durchgehende Schleppkette von Hamburg bis Aussig, wenige Jahre später gar bis Melnik auf insgesamt ca. 725 Kilometern vorhanden. Die Bellingrathsche Gesellschaft fusionierte 1881 mit der „Vereinigten Hamburg-Magdeburger Damfschiffahrts-Companie“ zur „KETTE – Deutsche Elbschiffahrts-Gesellschaft Dresden“.

Kettenschlepper in der Sächsischen SchweizKettenschlepper in der Sächsischen Schweiz


Niedergang der Kettenschiffahrt bis 1948

Die Gesellschaft verfügte damals über 27 Kettenschlepper, die jeweils bis zu 12 Kähne stromaufwärts befördern konnten. Im Vergleich zum Radschleppdampfer konnten so bei deutlich eingespartem Kohleverbrauch mit deutlich weniger Personal größere Lasten mit fast doppelter Geschwindigkeit transportiert werden. Die Kettenschiffahrt war ein erheblicher Fortschritt gegenüber dem Treideln und den Raddampfern, den man zeitbedingt auch immer in der Konkurrenz zur Eisenbahn betrachten muss. In den folgenden Jahren stieg die Menge der auf der Elbe transportierten Güter sprunghaft an.

Doch bereits Ende des 19. Jahrhundert begann der Niedergang der Kettenschiffahrt. Der Hauptgrund war der stetige Ausbau der Elbe, die das wichtigste Argument für die Kettenschiffahrt -  Leistungsfähigkeit bei ungenügend tiefem Fahrwasser – beseitigte. In Sachsen befuhren die letzten Kettenschlepper 1943 die Elbe; der letzte auf der gesamten Elbe stellte 1948 bei Aussig (Usti n.L.) den Betrieb ein.

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